Insolvenzen steigen erneut: Gastgewerbe, Bau und Logistik besonders unter Druck

14.04.2026


Die Welle an Unternehmensinsolvenzen in Deutschland setzt sich zu Jahresbeginn fort, auch wenn das Tempo zunächst etwas gedämpfter ausfällt. Im Januar meldeten die Amtsgerichte 1.919 beantragte Firmenpleiten, ein Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Im Dezember war der Anstieg mit knapp 14 Prozent noch deutlich kräftiger ausgefallen. Die Statistik bildet zudem nur die Fälle ab, die von den Gerichten so weit bearbeitet werden, dass sie in die amtliche Erfassung einfließen – der Insolvenzantrag selbst kann laut Bundesamt oft fast drei Monate zurückliegen.

Besonders hart trifft es weiterhin das Gastgewerbe. Hier verzeichneten die Statistiker 9,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen und damit die höchste Quote aller Branchen. Überdurchschnittlich betroffen waren außerdem Verkehr und Lagerei sowie das Baugewerbe. Die Belastungen aus schwacher Nachfrage, gestiegenen Kosten und dem Ende vieler Pandemie-Sonderhilfen spiegeln sich damit weiter im Insolvenzgeschehen wider, auch wenn die Januar-Zahlen im historischen Vergleich noch nicht die stärksten Ausschläge zeigen.

Ein Blick auf die Quartalsdaten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) deutet jedoch auf eine deutlich angespanntere Lage hin. Das IWH, das die Entwicklung der Insolvenzen monatlich auswertet, zählte im ersten Quartal 2026 insgesamt 4.573 Firmenpleiten – den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Höher lagen die Zahlen zuletzt im dritten Quartal 2005. Allein im März registrierte das Institut 1.716 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften, 71 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen März der Jahre 2016 bis 2019 und damit deutlich über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit.

Nach Einschätzung von IWH-Forscher Steffen Müller ist kurzfristig keine nachhaltige Entspannung zu erwarten. Es sei möglich, dass sich die sehr hohen Werte aus dem März im laufenden Quartal wiederholten, sagte er. Bereits 2025 war die Zahl der Unternehmenspleiten nach amtlichen Angaben auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen: 24.064 Fälle entsprachen einem Zuwachs von gut 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schon 2023 und 2024 hatten die Insolvenzen jeweils um mehr als 20 Prozent zugelegt. Vor diesem Hintergrund dürfte der moderate Januar-Anstieg eher als Zwischenstopp in einem längerfristigen Aufwärtstrend zu werten sein als als Beginn einer Trendwende.

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Porsche Holding steigert Umsatz 2025 um 42 Prozent auf 40,7 Milliarden Euro

13.04.2026


Die Porsche Holding Salzburg hat 2025 das beste Geschäftsjahr ihrer Firmengeschichte erzielt und ist nach 2020 erneut zum umsatzstärksten Unternehmen Österreichs aufgestiegen. Der Umsatz kletterte von 28,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 40,7 Milliarden Euro, ein Plus von gut 42 Prozent. Das Automobilhandelsunternehmen ist von Salzburg aus in 29 Ländern auf drei Kontinenten aktiv und profitiert zunehmend von seiner breiten internationalen Aufstellung.

Haupttreiber des Sprungs war die Übernahme der Großhandelsverantwortung für die Volkswagen-Konzernmarken in Italien und Schweden. Beide neuen Märkte steuerten 2025 zusammen mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz bei und ließen die Holding bei Stückzahlen und Erlösen in neue Dimensionen wachsen. Im Großhandel verdoppelte sich der Umsatz dank der zusätzlichen Absatzmärkte von 11,3 Milliarden Euro auf 24,6 Milliarden Euro. Der Neuwagenabsatz im Groß- und Einzelhandel legte um 65,6 Prozent auf 912.034 Fahrzeuge zu.

Auch ohne Italien und Schweden fällt die Bilanz der vergangenen Jahre deutlich positiv aus. Seit Beginn der Pandemie 2020 erhöhte die Porsche Holding ihren Umsatz in den bestehenden Märkten von 21,5 Milliarden Euro auf 30,8 Milliarden Euro. Im Einzelhandel gelang es, das Ergebnis 2025 trotz volatiler Rahmenbedingungen, schärferem Wettbewerb und spürbaren Rückgängen in China leicht zu übertreffen; der Umsatz stieg hier minimal auf 20 Milliarden Euro. Im traditionell starken Markt China verzeichnete die Holding dagegen bereits das dritte Jahr in Folge deutliche Umsatzrückgänge, was ein noch besseres Einzelhandelsresultat verhinderte.

Die Zahl der Mitarbeiter blieb trotz des massiven Umsatzanstiegs weitgehend stabil. Weltweit beschäftigte die Porsche Holding 2025 rund 36.917 Menschen, ein Rückgang von lediglich 0,3 Prozent. Die Zahl der Händlerstandorte verringerte sich um elf auf 487. Vorstandssprecher Hans Peter Schützinger betonte, dass für das Unternehmen nicht die reine Umsatzgröße im Vordergrund stehe, sondern Kundenzufriedenheit, Profitabilität, Effizienz und Resilienz. Das Geschäftsmodell habe sich 2025 angesichts angespannter wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen als widerstandsfähig erwiesen; die vollständige Abdeckung der automobilen Wertschöpfungskette ermögliche es, regionale Marktschwankungen innerhalb der Unternehmensgruppe auszugleichen.