Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien hat eine strategische Beteiligung an dem Grazer MedTech-Unternehmen Lumetry Diagnostics bekannt gegeben. Als Lead-Investor übernimmt die Bank einen Anteil von zehn Prozent, wobei weitere lokale sowie internationale Kapitalgeber an der Finanzierungsrunde beteiligt sind. Über die genaue Höhe des aktuellen Investments wurde Stillschweigen vereinbart, nachdem das Unternehmen bereits 2023 eine sechsstellige Summe von weit über einer halben Million Euro erhalten hatte.

Mit dem frischen Kapital finanziert das Startup den Marktstart seines ersten CE-gekennzeichneten Atem-Analysegeräts für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) in Europa. Das Gerät zeichnet sich dadurch aus, dass es zwei bisher getrennte Messverfahren in einem System vereint. Es kombiniert die Spirometrie zur Messung des Atemvolumens mit der Kapnographie, welche das ausgeatmete Kohlendioxid erfasst und die Ergebnisse digital aufbereitet.

Die medizinische Relevanz unterstreicht Christian Neubauer, Co-CEO von Lumetry Diagnostics, mit dem Hinweis auf die Gefahr lebensbedrohlicher Kohlendioxid-Anreicherungen im Blut bei COPD-Patienten. Ziel ist es, diese Werte künftig einfach über die Atemluft abzuschätzen und eine frühzeitige Erkennung der Krankheit in Hausarztpraxen, Apotheken oder Ambulanzen zu ermöglichen. Die Technologie soll somit sowohl im klinischen Umfeld als auch für den Gebrauch zu Hause eingesetzt werden.

Generaldirektor Martin Hauer der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien betonte, dass die Entwicklung des Geschäftsmodells von einer Idee hin zu einer vielversprechenden Zukunft die Bank überzeugt habe. Parallel zum Marktstart arbeitet Lumetry Diagnostics bereits an einem Folgemodell zur Früherkennung und zum Monitoring von Kohlendioxid. Für diese Funktionen befinden sich derzeit KI-gestützte Algorithmen des Startups in der klinischen Prüfung.