Nach Akquisition von Procimmo: Vaudoise schärft Profil im Schweizer Asset Management

08.10.2026


Vaudoise Asset Management AG erweitert nach der endgültigen Übernahme der Procimmo Group AG im Sommer ihren Verwaltungsrat um zwei zusätzliche Mitglieder. An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 1. Oktober wurden Cornel Widmer und Frédéric Traimond in das Gremium gewählt, wie die Versicherungsgesellschaft in Lausanne mitteilte. Mit dem Schritt will die Gruppe das Wachstum im Geschäft mit Asset Management für Dritte gezielt begleiten und die Governance der Immobilien- und Anlagetocher stärken.

Vaudoise Asset Management fungiert als Eigentümerin der Procimmo Group AG, der Berninvest AG sowie der Vaudoise Real Estate AG und ist damit ein zentraler Pfeiler für indirekte Immobilienanlagen innerhalb der Gruppe. Die Erweiterung des Verwaltungsrats erfolgt vor diesem Hintergrund als strukturelle Anpassung an die gewachsene Bedeutung des Segments. Dem Gremium gehören neu fünf Personen an: Neben den beiden Neuzugängen sitzen bereits Vaudoise-CEO Jean-Daniel Laffely als Präsident, Finanzchef Christoph Borgmann sowie Investmentchef Reto Kuhn im Verwaltungsrat.

Mit Cornel Widmer zieht ein profilierter Immobilienexperte als unabhängiger Verwaltungsrat in das Führungsgremium ein. Widmer war von 2012 bis 2026 als Global Head of Real Estate bei der Zurich Insurance Group tätig und verantwortete dort die weltweite Immobilienstrategie. Er verfügt über einen Master of Science in Real Estate der Universität Zürich und war beziehungsweise ist in verschiedenen Verwaltungsräten von Unternehmen und Immobilienfonds im In- und Ausland engagiert. Seine Ernennung soll die Immobilienkompetenz der Vaudoise Asset Management insbesondere im Bereich institutioneller und indirekter Anlagen untermauern.

Frédéric Traimond bringt als stellvertretender Generaldirektor der Vaudoise-Gruppe zusätzlich gruppeninterne Steuerungs- und Risikokompetenz in das Gremium ein. Er ist Chief Risk Officer und leitet das Departement Risiken, Aktuariat und Rückversicherung. Seit 2018 verantwortet Traimond zudem die Pensionskasse der Vaudoise Versicherungen und präsidiert deren Anlagekommission. Der ausgebildete Aktuar verfügt über breite Erfahrung in Versicherung, institutionellen Anlagen und Asset Liability Management und ist bereits in mehreren Verwaltungsräten der Gruppe vertreten. Mit seiner Wahl spiegelt der Verwaltungsrat der Vaudoise Asset Management stärker die Verzahnung von Risiko-, Anlage- und Immobilienstrategie innerhalb der Gruppe wider.

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Externe Prüfer sehen Wiener MAK nach Raubüberfall ohne Fehlverhalten

08.10.2026


Der bewaffnete Juwelenraub im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) vom 27. August ist nach Einschätzung externer Fachleute nicht auf Versäumnisse der Institution zurückzuführen. Ein 34 Seiten umfassendes Gutachten des Sicherheitsconsulting-Unternehmens LifeLine's kommt zu dem Schluss, dass das Haus sowohl bei den technischen Sicherheitsvorkehrungen als auch beim operativen Vorgehen während des Überfalls und im anschließenden Krisenmanagement korrekt gehandelt hat. Die zentrale Frage, ob das Ereignis sicherheitstechnisch und organisatorisch adäquat bewältigt wurde, beantworten die Gutachter mit einem „klaren Ja“.

Im Fokus der Untersuchung stand die Ausstellung „Glanzstücke. Van Cleef & Arpels High Jewelry x Masterpieces from the MAK Collection“, in deren Juwelenraum zwei bewaffnete Täter mitten am Nachmittag eine Vitrine einschlugen und mit einem historischen Diamantcollier flüchteten. Laut Bericht waren alle mit den Vertragspartnern vereinbarten Sicherheitsstandards und Normen erfüllt. Dazu zählten unter anderem der Einsatz von 185 Videokameras, einer dreistelligen Zahl von Alarmsensoren, speziellem Sicherheitsglas sowie geschultem Sicherheitspersonal. Der nach der Tat eingeführte Einsatz von Metalldetektoren war laut Gutachten zuvor weder verlangt noch durch bestehende Standards vorgesehen.

Besonders hervor hebt der Bericht die bewusste Entscheidung für den Vorrang des Personenschutzes vor dem Objektschutz. Aus diesem Grund verzichtete das Museum auf laute Alarmsignale während der Öffnungszeiten und auf bewaffnete Sicherheitskräfte im Ausstellungsbereich. Die direkte Alarmierung von Polizei und hauseigener Sicherheitszentrale wurde den Angaben zufolge um 14:01:22 Uhr ausgelöst und habe „optimal und effizient“ funktioniert. Auch das Verhalten der anwesenden Securitas-Mitarbeitenden wird positiv bewertet: Sie hätten eine unmittelbare Konfrontation mit den bewaffneten Tätern und damit das Risiko einer Eskalation, etwa durch Panik oder mögliche Geiselnahmen, vermieden.

Die Gutachter kommen insgesamt zu dem Befund, dass ein von professionellen Tätern geplanter und durchgeführter Raub unter regulären Öffnungsbedingungen mit „vernünftigen Mitteln“ nicht vollständig zu verhindern gewesen sei – selbst bei Einsatz moderner Überwachungstechnik und etablierter Sicherheitsprotokolle. Aus ihrer Sicht bestätigt der Fall eine bekannte Grenze musealer Schutzkonzepte: Absolute Sicherheit wäre nur um den Preis massiver Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Besucherinnen und Besuchern zu erreichen, formuliert das Gutachten sinngemäß. Das MAK wird damit für den konkreten Vorfall entlastet, auch wenn der spektakuläre Coup die Debatte über Sicherheitsstandards in Ausstellungshäusern neu anheizen dürfte.