Österreichs Energieversorger stehen aufgrund einer massiven Trockenheit und steigender Abhängigkeiten vom Ausland unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Von Jänner bis August importierte das Land bereits 5,2 Milliarden Kilowattstunden Strom, was fast dem gesamten Vorjahreswert entspricht. In dieser Phase produzierten heimische Wasserkraftwerke zeitweise rund ein Drittel weniger Energie als üblich, was die Notwendigkeit neuer Strategien unterstreicht.

Um dieser Kostenexplosion entgegenzuwirken, setzt der Anbieter Wien Energie unter der Leitung von Manager Sascha Zabransky auf innovative Speichertechnologien. Auf dem Kraftwerksgelände Donaustadt wird eine 25 Tonnen schwere Batterie in Betrieb genommen, die überschüssige Sonnenkraft speichert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Akkus nutzt diese Anlage eine spezielle wasserbasierte Flüssigkeit, um die Energie effizient zu sichern.

Die technische Umsetzung erfolgt durch den europäischen Hersteller Invinity in Kooperation mit der niederösterreichischen Firma Wildburger Power & Storage. Es handelt sich um einen sogenannten Redox-Flow-Speicher, der in einem ersten Schritt 230 Kilowattstunden Energie aufnehmen und wieder abgeben kann. Damit handelt es sich aktuell um den größten betrieblichen Redox-Flow-Speicher in ganz Österreich.

Das langfristige Ziel ist die maximale Nutzung von heimischem Sonnenstrom, um teure Energieimporte und Preisschocks zu vermeiden. Bis zum Ende des Jahres plant die Bundeshauptstadt den Bau weiterer Großspeicher mit einer Gesamtkapazität von 50 Megawattstunden. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betonte, dass die Stromkosten österreichweit nachhaltig sinken sollen und das aktuelle Projekt lediglich den ersten Schritt darstellt.