Der Untersuchungsausschuss des Kärntner Landtages, der auf Antrag der Freiheitlichen eingesetzt wurde, beginnt am Mittwoch mit den Befragungen von Auskunftspersonen. Den Auftakt bildet die Anhörung von Landesrechnungshofdirektor Günter Bauer. In den kommenden Monaten sollen jeden Mittwoch verschiedene Personen, von Beratern bis hin zu politischen Entscheidungsträgern, geladen werden, um die Verkäufe von Landesvermögen zu klären.
Die FPÖ sieht bereits nach einer ersten Sichtung der Unterlagen Hinweise auf einen handfesten Skandal. Im Zentrum der Vorwürfe stehen der Verkauf des Landesjugendheimes in Görtschach sowie des Feriendorfes am Ossiacher See. Die Freiheitlichen gehen davon aus, dass bei diesen Transaktionen ein finanzieller Schaden für die Steuerzahler entstanden ist.
Beim Landesjugendheim Görtschach gab es laut dem FP-Landtagsabgeordneten Michael Reiner die Absicht der Kinderfreunde, einen höheren Preis für die Liegenschaft zu zahlen. Im Gegenzug hätten diese jedoch einen Investitionszuschuss oder eine Erhöhung der Tagsätze gefordert. Dies wird im Ausschuss als ein Tausch von Brutto gegen Netto gewertet.
Auch der Verkauf des Feriendorfes am Ossiacher See wirft Fragen auf. Landtagsabgeordneter Dietmar Rauter weist darauf hin, dass zunächst eine Verkaufssumme von 23 Millionen Euro brutto kolportiert wurde, die endgültige Summe jedoch netto betrug. FP-Klubobmann Erwin Angerer kritisierte die Vorgänge scharf und betonte, dass Landesvermögen kein Selbstbedienungsladen sein dürfe.



