Wiener und Männer besonders betroffen: Wer in Österreich am meisten mit Handy-Problemen kämpft

30.03.2026


Für die meisten Menschen in Österreich ist das Smartphone zum allgegenwärtigen Begleiter geworden – und zunehmend zur Frustquelle. Einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Anbieters für digitale Barrierefreiheit Accessiway zufolge berichten 80 Prozent der Befragten von digitalen Hürden bei der Nutzung von Websites und Apps am Handy. Damit klagt eine klare Mehrheit über Probleme im mobilen Alltag, obwohl der Markt weitgehend durchdrungen ist: 89 Prozent der über 15-Jährigen besitzen bereits ein Smartphone.

Besonders häufig genannt werden störende Design- und Bedienfehler: Zu viele und schwer schließbare Pop-up-Fenster, umständliche Eingabeprozesse, unübersichtliche Menüführungen, zu kleine Bedienflächen sowie Inhalte, die sich nicht sauber an die Displaygröße des Smartphones anpassen. Rund 28,4 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer stoßen auf eine verwirrende Navigation, 19,2 Prozent auf zu kleine Schaltflächen, 17,3 Prozent auf mangelnde Optimierung für den Smartphone-Bildschirm. All das erschwert aus Sicht der Befragten den Zugang zu digitalen Angeboten und macht Routineaufgaben mühsam.

Die Analyse, durchgeführt von Marketagent unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern, zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen. Menschen mit Matura scheitern demnach häufiger an digitalen Hürden als jene ohne höheren Schulabschluss. Überdurchschnittlich betroffen sind laut der Auswertung auch Männer sowie Nutzerinnen und Nutzer in Wien. Die sogenannten Babyboomer, geboren zwischen Mitte der 1950er- und Ende der 1960er-Jahre, bringen zwar vergleichsweise viel Geduld für lange Ladezeiten mit, ärgern sich aber besonders über zu kleine Schriftgrößen.

Aus Sicht von Accessiway sind die Ergebnisse ein Signal an Unternehmen und Betreiber digitaler Angebote. „Die Zukunft des Internets ist mobil“, sagte Paul Anton Mayer. Dass Websites und Apps in Österreich dennoch in ihren Mobilversionen „voller digitaler Barrieren“ seien, führe dazu, dass Menschen von digitaler Teilhabe ausgeschlossen würden und Firmen auf potenzielle Kundschaft verzichteten. Die Umfrage legt nahe, dass nicht fehlende Geräte, sondern mangelhafte mobile Nutzbarkeit zu einem zentralen Risiko für Reichweite und Umsatz im heimischen Digitalgeschäft geworden ist.

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Kunasek lobt ÖVP-Koalition, Kickl attackiert SPÖ beim FPÖ-Frühschoppen in Hartberg

08.10.2026


Die steirische FPÖ hat ihren traditionellen Frühschoppen beim Hartberger Oktoberfest erneut für eine machtbewusste politische Inszenierung genutzt. Vor rund 3.500 Besucherinnen und Besuchern im vollen Festzelt trat zuerst die Landesführung um Landeshauptmann Mario Kunasek auf, ehe Bundesparteichef Herbert Kickl als Hauptredner die Bühne übernahm. Begleitet von österreichischen Fahnen, „Herbert“-Sprechchören und Schlagern wie Tina Turners „The Best“ präsentierten sich die Freiheitlichen als geschlossene Kraft mit bundespolitischem Anspruch.

Kunasek, der sich nach zuletzt guten Umfragewerten demonstrativ gelöst gab, lobte die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner ÖVP in der Steiermark. Man streite nicht, sondern es gebe „Arbeit, Arbeit, Arbeit und es funktioniert“, sagte der Landeshauptmann und verwies darauf, dass die „heilige Ordnung“ nach der Landtagswahl 2024 nicht mehr gegolten habe. Zugleich zeichnete er ein scharfes Bild in der Migrations- und Integrationspolitik, warnte vor einer Gefahr durch den „politischen Islam“ und erklärte, für Menschen, die mit „unseren Werten“ ein Problem hätten, müsse es heißen: „Ab, gute Reise.“ Sein Ziel formulierte er klar: Man könne nicht nur den Landeshauptmann stellen, sondern „Österreich auf Vordermann bringen“.

Kickl knüpfte an diese Steilvorlage an und nutzte den Auftritt, um sowohl die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren als auch die Konkurrenz frontal anzugreifen. Die „wirkliche Volkspartei“ sei im Zelt versammelt, erklärte er und spielte sich gleichzeitig als von Gegnern unterschätzter, aber entschlossener Politiker in Szene. Er verwies darauf, dass er vielfach als „gefährlichster Politiker“ bezeichnet werde, stellte jedoch klar, gefährlich sei er aus seiner Sicht nicht für „meine Landsleute“, sondern für jene, „die unseren Wohlstand verludern und unsere Heimat stehlen“. Inhaltlich bekräftigte er dabei einmal mehr den Begriff „Remigration“ als eine seiner Visionen für ein künftiges Österreich.

Breiten Raum nahm in Kickls Rede die aktuelle Krise der SPÖ ein, die er als Chance für seine Partei deutete. Die Sozialdemokratie bezeichnete er polemisch als „Selbsthilfegruppe namens Soziademokratie“ und kommentierte die Diskussion um die Nachfolge von Bundesparteichef Andreas Babler mit der Ansage „game over, das Spiel ist vorbei“. Innerhalb der SPÖ würden „Kommunisten mit Kapitalisten streiten, wer die besseren Sozialisten sind“, sagte Kickl mit Blick auf innerparteiliche Flügelkonflikte und Ambitionen potenzieller Kandidaten. Für die kommende Nationalratswahl, die er als „Schicksalswahl“ charakterisierte, gab er sich siegessicher: Wenn sich die Freiheitlichen nicht „auseinanderdividieren lassen“, werde am Ende ein „Volkskanzler“ stehen. Neuwahlen könnten seiner Einschätzung nach „jederzeit daherkommen“, die steirische FPÖ um Kunasek präsentierte er als Vorbild für die Partei in anderen Bundesländern.