Die Rinat-Achmetow-Stiftung unterstützt die ukrainische Oscar-Kampagne für „Traces" und verstärkt die Stimmen der Kriegsüberlebenden.

15.10.2026

KYIV, Ukraine, 15. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Die Rinat Akhmetov Stiftung hat ihre Unterstützung für Traces bekannt gegeben, einen ukrainisch-polnischen Dokumentarfilm, der als offizieller ukrainischer Beitrag für die 99. Academy Awards in der Kategorie Bester internationaler Spielfilm ausgewählt wurde. Zu der Initiative gehört ein Zuschuss in Höhe von 200.000 US-Dollar, der auf Beschluss von Rinat Achmetow zur Förderung der internationalen Oscar-Kampagne des Films vergeben wurde, sowie eine strategische Partnerschaft mit dem Museum der Zivilstimmen der Stiftung.

Mit dieser Initiative ist die Rinat-Akhmetov-Stiftung die erste gemeinnützige Stiftung in der Ukraine, die die Oscar-Kampagne eines ukrainischen Films unterstützt. Damit bekräftigt sie ihr Engagement für die Bewahrung der Zeugnisse von Zivilisten, die vom Krieg Russlands gegen die Ukraine betroffen sind, und dafür, dass ihre Geschichten ein internationales Publikum erreichen.

Unter der Regie von Alisa Kovalenko und der Co-Regie von Marysia Nikitiuk erzählt Traces  die zutiefst persönlichen Geschichten von sechs ukrainischen Frauen, die während der russischen Aggression gegen die Ukraine sexuelle Gewalt und Folter überlebt haben. Anhand ihrer Zeugnisse beleuchtet der Dokumentarfilm Trauma, Widerstandsfähigkeit und den Mut, der nötig ist, um das Schweigen über die Erfahrungen von Kriegsüberlebenden zu brechen.

Der Film hat bereits internationale Anerkennung erlangt. Nach seiner Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2026, wo er den Panorama-Publikumspreis gewann, erhielt Traces  weitere Auszeichnungen beim Movies That Matter Festival in Den Haag und bei Millennium Docs Against Gravity.

Die Unterstützung der Stiftung geht über finanzielle Hilfe hinaus. Mit ihrem Museum der Stimmen der Zivilbevölkerung, das mehr als 145.000 Zeugenaussagen gesammelt hat, dokumentiert die Organisation seit Jahren die menschlichen Folgen des Krieges in der Ukraine. Die Partnerschaft mit Traces  spiegelt eine gemeinsame Mission wider: Individuelle Erlebnisse bewahren, Überlebenden eine Stimme geben und sicherstellen, dass ihre Geschichten weltweit gehört, erinnert und anerkannt werden.

Mit dem Zuschuss in Höhe von 200.000 US-Dollar soll Traces  bei Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und der breiteren internationalen Filmgemeinschaft bekannt gemacht werden, wodurch die Erfahrungen ukrainischer Frauen auf eine der einflussreichsten kulturellen Plattformen der Welt gebracht werden.

Über die Rinat-Akhmetov-Stiftung

Die Stiftung wurde 2005 von dem ukrainischen Geschäftsmann und Philanthropen Rinat Achmetow gegründet und ist eine der wichtigsten privaten humanitären Organisationen der Ukraine. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Unterstützung von Zivilisten, die vom Krieg betroffen sind, durch humanitäre Hilfe, medizinische und psychologische Betreuung, Kinderwohlfahrt und Rehabilitationsprogramme. Mit ihrem Museum der Stimmen der Zivilbevölkerung bewahrt die Stiftung auch persönliche Zeugnisse des Krieges und sorgt so dafür, dass die Erfahrungen ukrainischer Zivilisten dokumentiert und an künftige Generationen weitergegeben werden.

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Externe Prüfer sehen Wiener MAK nach Raubüberfall ohne Fehlverhalten

08.10.2026

Der bewaffnete Juwelenraub im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) vom 27. August ist nach Einschätzung externer Fachleute nicht auf Versäumnisse der Institution zurückzuführen. Ein 34 Seiten umfassendes Gutachten des Sicherheitsconsulting-Unternehmens LifeLine's kommt zu dem Schluss, dass das Haus sowohl bei den technischen Sicherheitsvorkehrungen als auch beim operativen Vorgehen während des Überfalls und im anschließenden Krisenmanagement korrekt gehandelt hat. Die zentrale Frage, ob das Ereignis sicherheitstechnisch und organisatorisch adäquat bewältigt wurde, beantworten die Gutachter mit einem „klaren Ja“.

Im Fokus der Untersuchung stand die Ausstellung „Glanzstücke. Van Cleef & Arpels High Jewelry x Masterpieces from the MAK Collection“, in deren Juwelenraum zwei bewaffnete Täter mitten am Nachmittag eine Vitrine einschlugen und mit einem historischen Diamantcollier flüchteten. Laut Bericht waren alle mit den Vertragspartnern vereinbarten Sicherheitsstandards und Normen erfüllt. Dazu zählten unter anderem der Einsatz von 185 Videokameras, einer dreistelligen Zahl von Alarmsensoren, speziellem Sicherheitsglas sowie geschultem Sicherheitspersonal. Der nach der Tat eingeführte Einsatz von Metalldetektoren war laut Gutachten zuvor weder verlangt noch durch bestehende Standards vorgesehen.

Besonders hervor hebt der Bericht die bewusste Entscheidung für den Vorrang des Personenschutzes vor dem Objektschutz. Aus diesem Grund verzichtete das Museum auf laute Alarmsignale während der Öffnungszeiten und auf bewaffnete Sicherheitskräfte im Ausstellungsbereich. Die direkte Alarmierung von Polizei und hauseigener Sicherheitszentrale wurde den Angaben zufolge um 14:01:22 Uhr ausgelöst und habe „optimal und effizient“ funktioniert. Auch das Verhalten der anwesenden Securitas-Mitarbeitenden wird positiv bewertet: Sie hätten eine unmittelbare Konfrontation mit den bewaffneten Tätern und damit das Risiko einer Eskalation, etwa durch Panik oder mögliche Geiselnahmen, vermieden.

Die Gutachter kommen insgesamt zu dem Befund, dass ein von professionellen Tätern geplanter und durchgeführter Raub unter regulären Öffnungsbedingungen mit „vernünftigen Mitteln“ nicht vollständig zu verhindern gewesen sei – selbst bei Einsatz moderner Überwachungstechnik und etablierter Sicherheitsprotokolle. Aus ihrer Sicht bestätigt der Fall eine bekannte Grenze musealer Schutzkonzepte: Absolute Sicherheit wäre nur um den Preis massiver Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Besucherinnen und Besuchern zu erreichen, formuliert das Gutachten sinngemäß. Das MAK wird damit für den konkreten Vorfall entlastet, auch wenn der spektakuläre Coup die Debatte über Sicherheitsstandards in Ausstellungshäusern neu anheizen dürfte.