Die österreichische Polizei hat im laufenden Jahr insgesamt 1.500 neue Beamtinnen und Beamte aufgenommen. Laut Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) liegt diese Zahl über den ursprünglichen Planungen. Für das Jahr 2027 kündigte Karner eine weitere deutliche Steigerung der Neuaufnahmen auf 2.000 Personen an, um die Kapazitäten der Exekutive nachhaltig zu stärken.
In Wien gestaltet sich die Rekrutierung jedoch schwierig, da lediglich 650 von 4.000 Bewerbern das Aufnahmeverfahren erfolgreich absolvierten. Um diese Lücke zu schließen, setzt Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl auf das Modell „Wien auf Zeit“. Bereits 50 Interessenten aus Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland, die in ihren Heimatbundesländern aufgrund fehlender Ausbildungskapazitäten nicht untergekommen sind, stehen für dieses Programm zur Verfügung.
Das Konzept sieht vor, dass die angehenden Beamten ihre zweijährige Ausbildung sowie die ersten drei Berufsjahre in Wien verbringen. Pürstl betonte, dass dieses Modell „sehr gelegen kommt“, da ursprünglich mit 800 Neuaufnahmen gerechnet wurde. Nach Abschluss dieser Phase erhalten die Polizisten die Garantie, in ihr jeweiliges Heimatbundesland zurückkehren und dort ihre Tätigkeit fortsetzen zu können.
Parallel dazu führt das Ministerium ein neues Dienstzeitmanagement (DZM) ein, das bereits in Testregionen wie Wien-Brigittenau, Linz, Gänserndorf, Leibnitz und Bregenz läuft. Um Sorgen und Ängste der Beamtenschaft zu nehmen, wurden Anpassungen vorgenommen: Die Plandienststunden sanken von 48 auf 40, und ab November sind auf freiwilliger Basis bis zu vier 24-Stunden-Dienste pro Monat möglich. Zudem werden die Zulagen für Wochenend- und Nachtdienste ab dem 1. Jänner 2027 verdoppelt, während Beschäftigte in den Testregionen eine Sonderzahlung von 600 Euro erhalten.



