Die Stimmung in der Tiroler Industrie hat sich im dritten Quartal deutlich verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex der IV-Tirol sank von 24,0 auf 20,5 Punkte, was auf eine verhaltene Lage und eine Stagnation bei den Aufträgen hindeutet. Nur 6 Prozent der befragten Firmen erwarten innerhalb der nächsten sechs Monate eine positive Entwicklung ihrer Geschäftslage.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein düsteres Bild der aktuellen Situation. Während 35 Prozent der Unternehmen ihre Lage als „gut“ bewerten, stufen 33 Prozent sie als „schlecht“ ein – ein Anstieg gegenüber 26 Prozent im zweiten Quartal. Die Zahl der Betriebe, die ihre Lage als „durchschnittlich“ betrachten, sank im gleichen Zeitraum von 41 auf 32 Prozent.

Besonders kritisch stellt sich die Beschäftigungslage dar, da 44 Prozent der Unternehmen mit einem rückläufigen Personalstand in den kommenden drei Monaten rechnen. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 23 Prozent. IV-Tirol-Präsident Max Kloger betont, dass eine anhaltende Unsicherheit Produktion und Investitionen bremst und den erhofften konjunkturellen Aufbruch verhindert.

Zusätzlichen Druck erzeugt die wirtschaftliche Prognose der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW). Das erwartete Wachstum des Tiroler Bruttoregionalprodukts wurde von 1,0 Prozent auf 0,9 Prozent gesenkt. Damit liegt Tirol hinter dem Trend für ganz Österreich zurück, wofür im Jahr 2027 ein Plus von 1,3 Prozent prognostiziert wird.

Präsident Kloger fordert daher dringende politische Reformen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Er kritisiert insbesondere die hohen Strompreise, die Bürokratie sowie das österreichische Klimagesetz, das bereits 2040 Klimaneutralität vorsieht, während die EU das Jahr 2050 vorgibt. Ein zentraler Punkt ist die Senkung der Lohnstückkosten, die laut Europäischer Kommission zwischen 2022 und 2025 um rund 21 Prozent stiegen.