Die spanische La Liga steht vor einem massiven finanziellen Verlust auf dem chinesischen Markt. Das staatliche Fernsehen CCTV hat die Übertragungen der Liga sowie alle Werbespots mit dem Real-Madrid-Star Kylian Mbappé ausgesetzt. Auslöser war ein virales Video aus dem Podcast „The Bridge“, in dem Mbappé über ein Meme lachte, das sein Gesicht auf Mao Zedong zeigte, den er als „chinesischen Diktator“ bezeichnete. In China wurde dies als schwerer Tabubruch gewertet, was zu einer sofortigen Reaktion der Behörden führte.

Die wirtschaftlichen Folgen für den Spieler sind unmittelbar und drastisch. Die Getränkegruppe Dongpeng, der Milchkonzern Mengniu und die Käsemarke Milkground kündigten ihre Verträge mit sofortiger Wirkung unter Verweis auf eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verletzungen nationaler Gefühle. Laut Le Monde beliefen sich die Verluste durch Dongpeng und Mengniu auf etwa 50 Millionen Yuan, was rund 6,7 Millionen Euro entspricht. Zudem löschten globale Marken wie Nike, Dior und Hublot Inhalte von Mbappé aus ihren chinesischen Social-Media-Kanälen, während sein Konto auf Xiaohongshu eingefroren wurde.

Trotz offizieller Entschuldigungen von Mbappé in drei Sprachen sowie von Real Madrid und Liga-Präsident Javier Tebas bleibt die Reaktion aus Peking kühl. Tebas traf bereits den chinesischen Botschafter in Spanien und erwägt laut Reuters eine Reise nach China, um die Situation zu klären. Die China Media Group betonte jedoch, dass Entschuldigungen eine absolute Voraussetzung für Gespräche seien und Mbappé letztlich an seinen Taten gemessen werde. Bisher gibt es keinen Termin für die Rückkehr der La Liga ins chinesische Fernsehprogramm.

Für die spanische Liga steht ein bedeutender Teil ihres Geschäftsmodells auf dem Spiel. China gilt als strategischer Partner; die internationalen TV-Rechte der Saison 2024/25 wurden mit 748 Millionen Euro beziffert, wovon China und die USA den Großteil finanzieren. Schätzungen belaufen sich auf bis zu 116 Millionen Dollar (ca. 103 Millionen Euro) pro Saison in China. Real Madrid ist ebenfalls betroffen, da der Verein laut Marca etwa 10 bis 15 Prozent seiner Merchandising-Umsätze in China erzielt und Partnerschaften mit Sponsoren wie Hisense und Kaiyun Sports unterhält.