OpenAI kündigt eine umfassende Überarbeitung der Benutzeroberfläche von ChatGPT an, bei der die bisher getrennten Tabs "Chat" und "Work" zusammengeführt werden. In einer E-Mail an Abonnenten erklärte das Unternehmen, dass ein "einheitliches Nutzererlebnis" getestet werden soll, um die Planung und Umsetzung von Aufgaben an einem Ort zu ermöglichen. Nutzer sollen künftig Dateien und Plugins integrieren können, um beispielsweise Websites oder Präsentationen zu erstellen, ohne manuell zwischen Chatbot und Agent wechseln zu müssen. Das Coding-Werkzeug Codex bleibt dabei als eigener Bereich in der Desktop-App erhalten.
Parallel zur optischen Änderung führt OpenAI ein neues Abrechnungsmodell für die Nutzung ein. Die bisher getrennten Zähler für Chat, Work und Codex werden in einem gemeinsamen Kontingent zusammengefasst. OpenAI betont, dass die Umstellung sorgfältig vorbereitet werde und die meisten Nutzer nicht häufiger als bisher auf einen Reset warten müssten. Dabei gilt: Fortgeschrittene Modelle und komplexe Agenten-Aufgaben verbrauchen mehr vom Kontingent, während die Nutzung des Standardmodells "Instant" unbegrenzt und kostenlos bleibt.
Die Einführung des gemeinsamen Kontingents sorgt bereits für Unruhe in der Nutzergemeinschaft, wobei einige Plus-Nutzer auf Plattformen wie Reddit mit Kündigungen drohten. Tibo Sottiaux, der bei OpenAI für ChatGPT und Codex verantwortlich ist, hatte die Zusammenlegung der Oberflächen bereits Anfang Oktober in einem Podcast angekündigt. Um den Übergang zu erleichtern, verdoppelte OpenAI kürzlich die Kontingente für die Pro-Tarife (Pro 100, Pro 200 und Pro 500), welche monatlich 100, 200 bzw. 500 US-Dollar kosten.
Mit diesem Schritt orientiert sich OpenAI stark am Wettbewerber Anthropic, der bereits im September die Tabs von Claude und Cowork zusammengelegt hat. Auch Anthropic begründete diesen Schritt damit, dass Nutzer oft Schwierigkeiten hatten, den richtigen Modus zu wählen. Ähnlich wie OpenAI rechnet Anthropic sämtliche Aktivitäten auf die Nutzungslimits des jeweiligen Plans an, wobei komplexere Aufgaben mit Websuche oder Code einen höheren Verbrauch verursachen. Damit folgt OpenAI zum zweiten Mal in diesem Jahr dem strategischen Drehbuch von Anthropic.



