Die Polizei in Oulu hat ein Ermittlungsverfahren gegen Tuike Finland, die finnische Tochtergesellschaft von Google, eingeleitet. Im Zentrum der Untersuchungen steht der Bau eines massiven Rechenzentrums in Muhos im Norden Finnlands, wobei der Verdacht auf Umweltschädigung im Raum steht. Auslöser für das Verfahren war eine Anzeige der Aufsichtsbehörde LVV; insgesamt liegen der Polizei bereits fünf Anzeigen zu diesem Bauprojekt vor.
Die Ermittlungen konzentrieren sich insbesondere auf Unregelmäßigkeiten beim Wassermanagement und der Entwässerung. Die Polizei prüft derzeit, ob Tuike Finland gegen das finnische Wassergesetz verstoßen hat. Erste Informationen zu den Ergebnissen werden voraussichtlich im Dezember veröffentlicht, während der endgültige Abschluss der Ermittlungen erst für das Jahr 2027 geplant ist. Im Falle einer Verurteilung droht dem Unternehmen eine Geldstrafe.
Bereits Anfang Oktober hatte die Aufsichtsbehörde die Arbeiten in Muhos und Kajaani-Otanmäki gestoppt, da Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Beginn der Rodungen noch nicht abgeschlossen waren. Google räumte ein, in Muhos rund 330 Hektar und in Kajaani knapp 200 Hektar Wald gerodet zu haben. Satellitenanalysen der Organisation Vertical52 zeigen jedoch einen höheren Vegetationsverlust von insgesamt mindestens 647 Hektar, was mehr als der dreifachen Fläche von Monaco entspricht.
Antti Järvinen, Googles Chef in Finnland, entschuldigte sich öffentlich und übernahm die Verantwortung für die Situation, bestritt jedoch einen Gesetzesbruch. Das Unternehmen will bis 2028 rund 13 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur in Finnland investieren, was die größte Einzelinvestition des Konzerns in Europa wäre. Premierminister Petteri Orpo unterstützt das Projekt weiterhin und betonte, dass Google aus den Vorfällen lernen und die geltenden Gesetze einhalten müsse.



