
Die österreichische Bundesregierung hat sich auf ein Erneuerbaren-Beschleunigungsgesetz (EABG) verständigt, das den Ausbau von Wind-, Sonnen- und anderer Ökostromproduktion deutlich anheben soll. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS will damit die jährliche Stromproduktion bis 2030 gegenüber 2020 um 27 Terawattstunden (TWh) steigern und so sowohl den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen als auch die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern. Für die Beschlussfassung im Nationalrat ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, der Entwurf soll nun ins Parlament eingebracht und mit FPÖ sowie Grünen verhandelt werden.
Kern des Gesetzes sind verbindliche Ausbauziele für jedes Bundesland. Länder und Gemeinden, die den Ausbau der Erneuerbaren aktiv unterstützen, sollen finanziell profitieren. Gleichzeitig setzt die Regierung auf deutlichen Druck: Werden die Zielvorgaben verfehlt, drohen Förderkürzungen bis hin zu Milliardenstrafen für die Länder. Besonders die Windkraft soll massiv erweitert werden; bis 2030 müssen in jedem Bundesland Windräder stehen – auch in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, wo es bislang noch keine Anlagen dieser Art gibt.
Um das Ausbautempo zu erhöhen, sieht der Entwurf beschleunigte und vereinfachte Genehmigungsverfahren für Ökostrom-Projekte vor. Das Gesetz war ursprünglich bereits für den vergangenen Sommer als eines der Energie-„Leuchtturmprojekte“ der Dreierkoalition angekündigt worden. Nach der jüngsten Energiekrise im Zuge des Kriegs im Nahen Osten ist der Druck auf die Regierung, die Energiewende voranzubringen, weiter gestiegen. Die Grünen zeigten sich vom aktuellen Entwurf enttäuscht und sprechen von „ordentlichem Nachbesserungsbedarf“.
Die geplante Steigerung von 27 TWh verdeutlicht das Ausmaß der angestrebten Transformation. Für die Erzeugung von rund einer Terawattstunde Strom ist nach Regierungsangaben in etwa ein Donaukraftwerk in der Größenordnung von Wien-Freudenau nötig, oder alternativ etwa 75 moderne Windräder jener Dimension, wie sie derzeit auf der steirischen Freiländeralm errichtet werden. Das EABG soll die Weichen dafür stellen, dass diese zusätzliche Kapazität in den kommenden Jahren tatsächlich ans Netz geht und Österreich seine Ausbauziele im Bereich der erneuerbaren Energien erreicht.
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Die Oberbank treibt ihren Generationenwechsel an der Spitze konsequent voran und sorgt damit für Planungssicherheit bei Investoren. Der Aufsichtsrat hat Martin Seiter zum Nachfolger von Generaldirektor Franz Gasselsberger bestellt und den Führungsumbau vollständig abgesegnet. Gasselsberger, seit 28 Jahren im Vorstand und fast drei Jahrzehnte prägende Figur des Instituts, wird seinen bis 2027 laufenden Vertrag auf eigenen Wunsch bereits mit Jahresende 2026 beenden. Mit 1. Jänner 2027 übernimmt Seiter offiziell die Rolle des Generaldirektors.
Der 40-jährige Seiter gilt als ausgewiesenes Eigengewächs der Bank. Er gehört der Geschäftsleitung seit 2020 an und verantwortete zuletzt das Firmenkundengeschäft sowie die Aktivitäten in Deutschland. Mit seiner Bestellung setzt die Oberbank bewusst auf Kontinuität und interne Stabilität. Der scheidende Konzernchef Gasselsberger sprach von einer "perfekten Besetzung aus den eigenen Reihen" und unterstreicht damit, dass der Übergang nicht als Bruch, sondern als Fortführung der bisherigen strategischen Linie verstanden werden soll.
Parallel zur internen Nachfolgeregelung holt sich die Oberbank zusätzliche Expertise von außen an Bord. Bereits mit 1. Oktober wird der Vorstand um Rainer Polster erweitert. Polster ist derzeit Finanzvorstand der Oldenburgischen Landesbank und soll in Linz künftig die Bereiche Treasury, Kapitalmarkt, Kommerzkundengeschäft sowie den deutschen Markt verantworten. Er bringt zudem Erfahrung aus der direkten Beaufsichtigung einer Bank durch die Europäische Zentralbank mit – ein Aspekt, der für die Oberbank an Bedeutung gewinnt, da ihr ebenfalls eine direkte EZB-Aufsicht bevorsteht. Ergänzt wird das neue Führungsteam durch Florian Hagenauer, der seit 2009 dem Vorstand angehört und mit Jahresbeginn 2027 zum stellvertretenden Generaldirektor aufrückt.
Die Kapitalmärkte honorieren die geordnete Nachfolgeregelung und den klar strukturierten Umbau des Top-Managements. Die Oberbank-Aktie markierte am Mittwoch mit 79,60 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch und setzt damit ihren langfristigen Aufwärtstrend fort. Seit Jahresbeginn legte das Papier um rund 4,7 Prozent zu. Die Kombination aus frühzeitiger Klarheit über die künftige Führung, einem Mix aus interner Kontinuität und externen Impulsen sowie der Vorbereitung auf eine verschärfte Aufsicht durch die EZB wird von Anlegern als Signal für Verlässlichkeit und strategische Handlungsfähigkeit interpretiert.