Der Streaming-Konzern Spotify intensiviert die Überprüfung seiner Family-Abonnements, um die Nutzung durch Personen außerhalb eines gemeinsamen Haushalts zu unterbinden. Nutzer müssen nun bestätigen, dass sie mit dem Verwalter des Abos zusammenleben, entweder durch die Angabe der vollständigen Adresse oder mittels eines dynamischen QR-Codes. Dieser Code muss vor Ort gescannt werden und erneuert sich alle paar Sekunden, um einfache Screenshots zu verhindern. Die Mitglieder haben sieben Tage Zeit für die Verifizierung, ansonsten wird das Konto in die kostenlose, werbefinanzierte Version zurückgestuft.
Die Konsequenzen bei einer gescheiterten Prüfung sind weitreichend: Betroffene Nutzer sind für zwölf Monate davon ausgeschlossen, einem anderen Family- oder Duo-Abo beizutreten. Wer in dieser Zeit weiterhin Premium-Funktionen nutzen möchte, muss auf ein Einzelabonnement ausweichen. Spotify betont auf seiner Support-Seite ausdrücklich, dass das Unternehmen den Standort der Nutzer nicht verfolgt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Umsatzverluste zu minimieren, da die Kosten für ein Family-Abo in Österreich mit 20,99 Euro deutlich unter den Kosten für mehrere Einzelabos à 12,99 Euro liegen.
Co-CEO Alex Norström bezeichnete die Schritte im jüngsten Quartalscall gegenüber TechCrunch als routinemäßige Verbesserung der Verifizierungsmethoden. Zwar nannte er keine konkreten Zahlen zum potenziellen Gewinn, betonte jedoch, dass Family-Abos einen bedeutenden Anteil der zahlenden Kundschaft ausmachen. Im dritten Quartal verzeichnete Spotify insgesamt 306 Millionen Premium-Abonnenten, was einem Zuwachs von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, sowie 788 Millionen monatlich aktive Nutzer.
Mit diesem Vorgehen orientiert sich Spotify an Wettbewerbern wie Netflix und Disney+, die bereits erfolgreich gegen Account-Sharing vorgegangen sind. Auch Konkurrenten wie Apple Music, YouTube Music und Amazon Music setzen auf Familienmodelle für denselben Haushalt. Kritiker und Nutzer auf Reddit weisen jedoch darauf hin, dass echte Familienkonstellationen, wie Studierende oder Kinder getrennt lebender Eltern, durch die strengen Ortprüfungen benachteiligt werden. Erste Versuche, die QR-Code-Prüfung über Videoanrufe zu umgehen, sind bereits bekannt.



